Rundbriefe



12.Dezember 2005

Grüß Gott aus der Ukraine,

da die orthodoxe Kirche das Weihnachtsfest erst im Januar feiert, ist hier noch nicht so richtig Weihnachtsstimmung. Ich hätte es nie gedacht, aber ein bißchen vermisst man den Weihnachtsrummel, den Poppenreuther Adventsmarkt und sogar den Nürnberger Christkindlesmarkt. Nichtsdestotrotz wünschen wir euch allen eine frohe und gesegnete Adventszeit und auch jetzt schon frohe Weihnachten.
Wir haben nun übrigens gelernt, Adventskränze aus den einfachsten Mitteln selbst zu machen (über 10 Stück haben wir produziert) und so haben wir den Menschen hier versucht die Bedeutung von Advent näher zu bringen, dazu das Lied „Wir sagen euch an, den lieben Advent“ eingeübt ...

Über drei Monate sind wir nun schon in der Ukraine und mittlerweile ist schon einiges für uns selbstverständlich geworden. Über vieles kann man aber immer noch nur staunen – im negativen und im positiven Sinn. Langsam sieht man auch in den Gemeinden, wo Potenzial ist, wo sich etwas entwickelt oder auch wo die Probleme sind.
Erfreuliche Dinge sind: in Jalta machen wir seit einiger Zeit eine Bibelstunde und es kommen regelmässig zwischen 9 und 13 Leuten zu uns ins Wohnzimmer, wir singen gemeinsam, lesen in der Bibel, reden miteinander und beten. Diese Erfahrung ist für die Menschen hier sehr wichtig und sie kommen gerne zu uns.
In Sudak haben wir die Hoffnung, dass wir im neuen Jahr die Kirche benutzen können. (Bisher ein Museum) Außerdem wollen wir die Kinderarbeit, die bis vor 2 Jahren in der Gemeinde gelaufen ist, wieder aufleben lassen.

In Feodossija gibt es einen 10jaehrigen und einen 14jährigen Jungen, die regelmässig zum Gottesdienst kommen und mit denen das Arbeiten sehr Spass macht. Eine Trauung habe ich dort schon durchgeführt und es wird bald ein Konfirmandenunterricht für Erwachsene stattfinden.
In Kertsch gibt es einige Kinder und Jugendliche und eine treue Gemeinde. Zwei Taufen werden bald stattfinden und wir starten bald eine Konfirmandengruppe für Jugendliche.
Wir leiten im Februar ein Seminar für Kindergottesdienstmitarbeiter der ganzen Ukraine in Odessa. Darauf freuen wir uns schon.
Esther hat in Jalta letzte Woche ihren ersten Gottesdienst mit allem drum und dran gehalten, das wird sie nun ca. einmal im Monat machen. Ich halte jeden Samstag (abwechselnd Sudak und Feodossija) und jeden Sonntag (3 mal Jalta, 1 mal Kertsch).

Im Anhang sind noch ein paar Bilder, z.B. von unserem lustigen Lada, der uns viele Nerven kostet, uns aber meistens treu zu den Gottesdiensten bringt. Außerdem Bilder von der Bibelstunde in unserer Wohnung, von der Gemeinde in Sudak und von Esthers Arbeit mit Kindern. Einmal in der Woche haben wir Russisch Unterricht. Und ueber das deutsche Kulturzentrum bekommen wir einmal in der Woche kostenlos die Frankfurter Allgemeinde Sonntagszeitung, damit man auf dem Laufen bleibt, was daheim passiert.
Ein bißchen betteln muß auch sein, vielleicht hat jemand noch ein paar Groschen übrig und möchte anlässlich des Weihnachtsfestes etwas spenden, hier ein paar Projekte, die finanziert werden müssen und die ohne Spenden nicht realisiert werden können: (gebt mir Bescheid, wenn ihr eine Spendenbescheinigung braucht)
Spendenprojekte

Herzlich Bedanken kann ich mich schon bei allen, die bereits etwas gespendet haben, auch bei einem Kollegen, der einen Abendmahlskoffer mit Abendmahlsgeschirr gespendet hat. Heute kam ein Paket an von lieben Freunden, die eine Kiste voll mit Malstiften und Adventskalendern für Kinder geschickt haben. Eien tolle Überraschung. Außerdem hat eine Gemeinde sich bereit erklärt, Gesangbücher für die Gemeinden hier zu finanzieren und – was mich besonders freut – der Stammtisch der Ruhestandspfarrer in Fürth hat unter der Federführung von Dekan i.R. Reber eine Kirchenglocke für die Gemeinde in Simferopol organisiert und finanziert. Die Glocke wurde in Poppenreuth (!) gekauft. Das freut mich sehr! Am 17.Januar fliegen wir nach Deutschland und werden dann bis zum 7.Februar in Franken und Bayern sein. Ich hoffe, wir können viele Menschen in dieser Zeit treffen. Darauf freuen wir uns schon sehr. Einige Termine haben wir schon mit Leuten ausgemacht, bitte meldet euch bei uns, damit wir schon demnächst etwas ausmachen können, wo und wann wir uns wie treffen. Noch eine gute Nachricht ist, dass wir seit ein paar Tagen Internet zuhause haben, d.h. wir müssen nicht mehr ständig in den Internet Club rennen, sondern wir können abends ins Internet, und meistens funktioniert es. Nicht schnell, nicht gut, aber einigermaßen. Darüber sind wir sehr sehr froh! Denkt daran: meine planet-save email adresse funktioniert nicht mehr, es gibt nur noch folgende Adressen:
Kontakt
Ich freue mich immer über Post im email Fach. Die Vogelgrippe werden wir auch überleben, wir essen hier ohnehin kaum Fleisch. (Wer sich fragt, warum, der soll mal in die Markthallen hier schauen, wie da das Fleisch präsentiert wird. Da vergeht es einem schnell. Im Januar werde ich dann alles nachholen: Schäufele, Schweinebraten, Wiener Schnitzel, ...mhm)
So, dann hoffentlich bis zum Januar, Gott segne euch,
Euer Michael, eure Esther